Ironie des Schicksals, bei der Anreise nach Allensbach zum Vortrag über den Zustand der Gäu- und Schwarzwaldbahn wurde Matthias Gastel, der Verkehrsexperte von Bündnis 90/DIE GRÜNEN selbst ein Opfer von der Unzuverlässigkeit der Bahn und deren Infrastruktur.
Am 31.1.2026 war auf Einladung der Landtagsabgeordneten Nese Erikli und des Ortsverbandes Allensbach der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel zu einem Vortrag über die Gäu- und Schwarzwaldbahn zu Besuch im Allensbacher Pfarrheim.
Matthias Gastel hatte im Vorfeld einen engen Terminplan. Er war bis zum Mittag auf der Eröffnungsfahrt auf der Herrmann-Hesse-Bahn.
Von dort ging es für ihn nach Böblingen und er ist dort in den IC gen Bodensee gestiegen.
Auf der Gäubahn baute der IC aber 15 Minuten Verspätung bis Singen auf, dort war der Seehas – Anschluss nach Allenbach weg. Noch hielt der Zeitplan, um 15:30 Uhr in Allensbach zu sein. Der dem Seehas nachfolgende RE hätte ihn noch rechtzeitig nach Allensbach bringen können. Allerdings verendete dieser RE am Bahnhof in Radolfzell („Signalstörung“ ). Die Strecke in Richtung Konstanz war dicht. Der Taxistand, wo sonst gefühlt immer mehrere Taxen stehen, war leer. Am Ende haben wir Matthias mit dem PKW in Radolfzell geholt und kamen 15 Minuten zu spät zum Pressegespräch mit dem Südkurier.
Rolf Wiehler vom Ortsverband Allensbach überbrückte derweil und hatte mit Matthis Gastels Verspätung die passende Geschichte für die gut 40 bereits wartenden Zuhörer parat und erzählte von Matthias Abenteuer per Bahn an den Bodensee zu gelangen.
Zuerst berichtete dann Nese Erikli über die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg bei Verkehrsprojekten, wie bei der jüngst erfolgten Anschubfinanzierung zur Ertüchtigung Bodenseegürtelbahn, wo das Land mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag Geburtshelfer spielte. Damit geht es nun wie am Hochrhein bei der Bodenseegürtelbahn mit Modernisierung und Elektrifizierung voran.
Bei Stuttgart 21 versucht das Land durch Zusatzinvestitionen wie mit dem Bau der Wendlinger Kurve die verkehrlichen Mankos von S21 so gut es geht abzumindern. Aber längst nicht alles ist durch das Land und dessen Verkehrsministerium zu beeinflussen.
Bestes Beispiel ist auch hier das Projekt S21. Es sind Verträge zwischen der Stadt Stuttgart, dem Flughafen, der DB und dem Land Baden-Württemberg, welche nur im Konsens aller Projektteilnehmer zu ändern sind.
Matthias Gastel berichtete, was alles während der kurzen Zeit der Ampel in Berlin auf den Weg gebracht werden konnte. Mit höchster Detailkenntnis sezierte er die rechtlichen und vertraglichen Randbedingungen und Verflechtungen des S21- Projektes. Nur im Konsens aller Vertragspartner, die wiederum widerstrebende Interessen verfolgen, könnte das Vertragswerk geändert werden, was letztendlich illusorisch ist, so Gastel.
Sein Resümee: S21 ist ein politisch durchgeboxtes Projekt, welches unter Schönwetterannahmen gestartet wurde. Übliche Projektrisiken (wie Kosten- und Terminüberschreitungen) wurden grob fahrlässig ausgeblendet und absichtlich in die Zukunft verschoben um seinerzeit den Start überhaupt zu ermöglichen.
So gab es keinerlei vertragliche Vereinbarungen, wie im Fall von Kosten- und Terminüberschreitungen vorzugehen sei - die vereinbarte "Sprechklausel" war damals der kleinste gemeinsame Nenner.
Etwas Hoffnung bei S21 machte er dennoch, denn in den letzten anderthalb Jahren reift bei vielen Entscheidungsträgern die Erkenntnis, dass ein Teil oberirdisch bleiben muss um aktuelle und zukünftige Verkehrsbedürfnisse abzudecken. Er hofft auf das Normative des Faktischen.
Auch zum Zustand von Schwarzwald- und Gäubahn konnte Matthias Gastel einige Details aufbieten, so sind auf der Schwarzwaldbahn 79% aller Sperr- und Verzögerungszeiten auf Infrastrukturthemen wie Bahnübergänge und Stellwerke zurückzuführen. Dies passt zu den intern vergebenen Schulnoten wo die Stellwerke in der Rgion wie auch bundesweit nur mit 4,2 im Durchschnitt bewertet wurden.
Immerhin, und darüber muss man sich heutzutage schon freuen, hat die verstärkt einsetzende Bautätigkeit in 2024 dafür gesorgt, dass die Qualität der Infrastruktur nicht noch weiter absackte. Und doch macht sich Matthias Gastel Sorgen, der Geldfluss ist für die kommenden Jahre ist trotz Infrastrukturpaket des Bundes nicht gesichert.
Die mittelfristige kontinuierliche Durchfinanzierung und damit der Aufbau von Planungs- und Baukapazitäten ist essentiell, die aktuelle Sprunghaftigkeit macht alles langsam und am Ende unverhältnismäßig teuer, so Matthias Gastel.
Zahlreiche Fragen aus der Zuhörerschaft im Anschluss zu seinem Vortrag konnte Matthias Gastel sehr detailliert und kompetent beantworten.
Als kleines Dankeschön gab es für Matthias Gastel Schweizer Schokolade, denn zwei Dinge, so bemerkte Rolf Wiehler vom Ortsverband Allensbach, können die Schweizer definitiv besser wie wir: Schokolade und Eisenbahn.
Und bis es mit der Bahn bei uns besser wird, braucht es noch viel Nervennahrung.
Ein einziger umgefallener Baum, der im vergangenen Sommer auf die Oberleitung der Bahn beim Lohorn fiel, sorgte für eine fast einwöchige Streckensperrung zwischen Radolfzell und Konstanz. Selbiges wiederholte sich im vergangenen Dezember. Der Schienenersatzverkehr war die nächste Katastrophe: nach Tagen erst einsetzend und dann mit viel zu wenig Kapazität.
Die Unterbrüche dauern bis zu einer Woche, weil es jedes Mal mehrere Tage benötigt, bis Gerät und Personal zur Reparatur von weit her herangeschafft sind und in der Folge der betroffene Bereich weiter gesichert und gestutzt werden muss.
Auch im vergangenen Winter das gleiche Problem, dieses Mal durch Schneebruch. Dass es anders geht, zeigen unsere Hauptstraßen oder auch die Hochspannungsleitung im Allensbacher Hinterland. Diese sind freigeschnitten. Öffentlicher Verkehr braucht Zuverlässigkeit und Planbarkeit.
Wir sind über den Grünen Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel an dem Thema dran. Als Vorsitzender des Verkehrsausschusses und über seinen Sitz im Aufsichtsrat der DB-Netze ist er mit den Problemen in der Region vertraut.
Jahrelange Versäumnisse lassen sich nicht von heute auf morgen beseitigen. Und zur Wahrheit gehört auch, dass jeder Anrainer an der Bahnlinie schon immer verpflichtet ist, seinen Verkehrssicherungspflichten nachzukommen.
Wir bleiben an dem Thema dran, auch dann, wenn andere längst wieder zur Tagesordnung übergegangen sind.
Ob Schneebruch im Winter oder Stürme während des ganzen Jahres, der fehlende Vegetationsrückschnitt (Bild oben am Lohorn) macht weitere Unterbrechungen in der Zukunft wahrscheinlich, wie es bereits zwei Mal in den vergangenen 12 Monaten passiert ist (Bild unten nach einem Gewittersturm 2023 beim Camping Willam).
Immer wieder werden Rufe zur Erweiterung des Allensbacher Gewerbegebietes laut. Als Totschlagargument wird gerne mit Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer argumentiert. Schaut man sich die letzte Erweiterung des Gewerbegebietes an, so hat man anhand der fast ausschließlichen eingeschossigen Bauweise, den Discounter-parkplätzen und Schutthaufen nicht den Eindruck, dass mit dem zur Verfügung stehenden Platz in der Vergangenheit sparsam umgegangen wurde.
Entscheidendes Kriterium für Gewerbeflächen ist allein die Anzahl von Arbeitsplätzen und die Wertschöpfung, die daraus entstehen können. Bauschutthaufen und riesige Discounterparkplätze braucht es nicht.
Wir brauchen mehr intelligente Lösungen um mit den Flächen zu haushalten. Beispielhaft zeigt das neue Technologiezentrum (TZA), wie man eine Sanierungs- und Brachfläche in mehrgeschossige, energetisch und technisch hochwertige Wohn- und Gewerbeflächen umwandelt.
Es gibt sie auch in Allensbach. Zum Beispiel das Thema Wasserversorgung. Wie wäre es denn, vor der anstehenden großen Sanierung grundsätzlich abzuklären, was uns Bürger und Bürgerinnen unsere Wasserversorgung unter dem Strich wirklich kostet?
Ob nicht eine Versorgung aus dem Konstanzer Netz langfristig die bessere Lösung wäre? Es braucht eine Gesamtsicht unter Einbeziehung aller Kosten, mit all den Errichtungs- und Betriebskosten der Entkalkungsanlagen, den Instandhaltungskosten von verkalkten Hähnen, Leitungen und anderen Hausinstallationen die in eine Gesamtbetrachtung einfließen muss.
Wir als Bündnis 90/Die Grünen werden uns auch an die heiligen Kühe heranwagen.
egen jeder Kleinigkeit „aufs Amt“ – in Deutschland sind wir hinsichtlich digitaler Verwaltung im Vergleich zu anderen Ländern weit im Rückstand. Auch in Allensbach ist noch viel Luft nach oben und wir sind leider noch weit entfernt von einer digitalen Verwaltung.
Viele Lebensumstände erlauben es nicht, für manchmal banale Dinge jedes Mal zum Rathaus zu gehen.
Bürger erwarten, dass die Verwaltung Serviceleistungen auch online anbietet.
Stattdessen werden auch im Jahr 2024 die Formulare immer noch von der Internetseite heruntergeladen und ausgedruckt, um dann händisch ausgefüllt zu werden. Es ist immer noch ein Papierprozess, und damit hinkt die Allensbacher Verwaltung, allen Bemühungen zum Trotz, 20 Jahre hinter den technischen Möglichkeiten her.
Wir werden uns für eine moderne Verwaltung einsetzen, die auch technisch auf der Höhe der Zeit ist.
Leider im Jahr 2024 immer noch Realität im Rathaus von Allensbach – von einer digitalen Verwaltung ist man noch weit entfernt
Gemäß einer aktuellen Studie des Regierungspräsidiums Freiburg aus dem Jahr 2022 wird für den Lastwagen-Verkehr in der Region Konstanz bis 2040 eine Zunahme um 50% erwartet. So richtig losgehen wird es gemäß der Studie, wenn die B33neu fertig ist. Dann wird noch mehr als heute über-regionaler und internationaler Verkehr den Weg über die B33neu via Konstanz nehmen.Das mit dem Säen und Ernten gilt nicht nur für den motorisierten Verkehr. Es gibt auch positive Beispiele, die zeigen, dass es auch anders geht.Kaum hat ein örtlicher Supermarkt erweiterte Parkmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen, werden diese bereits intensiv genutzt – jedes Fahrrad bedeutet ein Auto weniger. Solche Veränderungen und Erfolge kommen übrigens nicht von allein: Die regionale Unternehmensführung musste erst von der Notwendigkeit der Maßnahme überzeugt werden.
Wir werden uns weiter für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer einsetzen.
Der schönste Radweg am westlichen Bodensee ist unzweifelhaft das Stück zwischen Hegne und der Waldsiedlung entlang der Bahnlinie. Denn dieser erfüllt alle Kriterien für einen idealen Radweg: geradlinig, steigungsarm, asphaltiert, weitab von lärmigen Straßen und angenehm schattig im Sommer. Doch im Zuge des Weiterbaus der B33neu soll damit bald Schluss sein. Dann heißt es demnächst auch hier für die Fahrradfahrer: ab auf die Berg- und Talbahn neben der lärmigen B33neu.
Bild oben: Die B33neu hat die Umwelt-verträglichkeitsprüfung bestanden. Bild unten: Der Fahrradweg bei Hegne soll zurückgebaut werden
Wir als Bündnis 90/Die Grünen werden uns für den Erhalt des schönsten Radwegs weit und breit einsetzen und auch sonst der B33-Neubauleitung auf die Finger schauen.
Am 26.9.2025 haben wir einen neuen Vorstand gewählt. Neu im Vorstand sind Bruni Mangold, Gemeinderätin in Allensbach und Barbara Staehle, Ortschaftsrätin in Allensbach Kaltbrunn. Nicht mehr kandidiert hat Jürgen Saegert, dem alle für seine jahrelange intensive Arbeit beim Aufbau des Ortsvereins Allensbach gedankt haben. Das neue Vorstandsteam geht nun mit Elan den Wahlkampf für die Landtagswahlen 2026 an.
In wechselnder Besetzung treffen wir uns gewohnheitsmäßig auf dem Wochenmarkt zu einem Stehkaffee. Gegen 11 Uhr verbinden wir Einkäufe auf dem Markt mit einer Kaffeepause am Kaffeewagen und tauschen uns über alles aus, was anliegt im Ort und in der Welt. Wenn der Kaffeewagen einmal nicht da ist treffen wir uns gegenüber im Kaffee Calma. Also keine Küchentischgespräche sondern Kaffeetischgespräche. Wir freuen uns auch auf neue Gesichter und neue Themen und Anliegen.
Das antwortete der Schriftsteller Thadäus Troll (Deutschland deine Schwaben) einem Zuhörer, als er gefragt wurde, warum denn die Intellektuellen und Schriftsteller so links eingestellt seien. Er war wie Günter Grass und andere Autoren im Wahlkampf 1969 für Willi Brandt und die SPD als Unterstützer unterwegs. Da hat sich seither nichts geändert. Leider gibt's jetzt noch mehr Nullen als damals.
Solarstrom ohne hochwertige Flächen zu verbrauchen. Ungenutzte Potentiale nutzen.
Musik: Audiotrimmer
Spenden gerne an:
Kontoname:
Buendnis 90 Gruene Kreisverb. Kn
Volksbank Bodensee-Oberschwaben:
GENODE61RAD
St. Johann in der Konstanzer Altstadt
Lindenwirts, Hauptstraße 5 in Orsingen-Nenzingen
Regelmäßiger Grünen-Stammtisch, immer am 17. eines Monats. Meist in der Weinstube Zum guten Hirten, außer wenn es auf einen Montag fällt, dann in der "Seekuh",
Wenige Monate vor der Landtagswahl tauscht die CDU in Sachsen-Anhalt kurzerhand ihren Ministerpräsidenten aus, damit der Neue mit Amtsbonus in [...]
Das Europäische Parlament hat den Mercosur-Vertrag zur rechtlichen Prüfung dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt. Das ist das falsche [...]
Bündnisgrüne Kreisverbands-Partnerschaften bieten die hervorragende Möglichkeit, sich durch Kooperationen zwischen Kreisverbänden gegenseitig [...]